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Josep Caballé Domenech (1973 -)

Josep Caballé-Domenech wurde in Barcelona geboren und stammt aus einer Musikerfamilie. Er studierte zunächst Klavier, Schlagwerk, Gesang und Geige in Barcelona. Sein Dirigierstudium absolvierte er bei David Zinman und Jorma Panula beim Aspen Music Festival, bei Sergiu Comissiona und an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

Sein Operndebüt gab er am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, wo er seither mehrere Produktionen leitete, darunter COSÌ FAN TUTTE, L’ELISIR D’AMORE und die Uraufführung der Oper LA CABEZA DEL BAUTISTA von Enric Palomar. Darüber hinaus dirigierte er auch Gastspiele des Gran Teatre del Liceu bei den Savonlinna Opernfestspielen und am Teatro La Fenice in Venedig. Außerdem trat er u.a. an der Staatsoper Stuttgart, der Komischen Oper Berlin, der Wiener Volksoper, dem Teatro Nacional São Carlos in Lissabon, an der Ópera de Oviedo und am Theater an der Wien auf. Seit der Spielzeit 2011/2012 besteht eine intensive Zusammenarbeit mit der Semperoper Dresden, wo er u.a. im September 2013 die Neuproduktion CARMEN leitete. 2014 debütierte er mit großem Erfolg am Aalto-Theater Essen, an der Deutschen Staatsoper Berlin und am Théâtre National du Capitôle de Toulouse. 2016 folgt sein Debüt an der Staatsoper Hamburg.

Im Konzertbereich leitete Josep Caballé-Domenech bisher Orchester wie das Royal Philharmonic Orchestra London, das Tonhalle Orchester Zürich, das WDR Sinfonieorchester Köln, das Swedish Radio Symphony Orchestra, das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra, die Tschechische Philharmonie, das Münchner Rundfunkorchester, das Saarländische Staatsorchester, das Tonkünstlerorchester Niederösterreich, das Orquestra Sinfònica de Barcelona i Nacional de Catalunya, das Orquesta Sinfónica de Galicia, das Orchestra Sinfonica Milano Giuseppe Verdi, das New Japan Philharmonic Orchestra, das Netherlands Radio Chamber Philharmonic Orchestra, das Orchestre National de Montpellier Languedoc-Roussillon, das Sinfonieorchester Wuppertal, die Holland Symfonia, das Berner Symphonieorchester, das Orchestre Nacional de Chile, das Bogotá Philharmonic Orchestra und das Orquesta Sinfónica de Radio Televisión Española in Madrid. Er war Erster Gastdirigent des Norrköpings Symfoniorkester.

Josep Caballé-Domenech wurde mit dem Aspen Prize der American Academy of Conducting in Aspen ausgezeichnet. Desweiteren wurde er im ersten Rolex Mentor and Protégé Arts Initiative’s Cycle (2002–2003) als »Sir Colin Davis Protégé« ausgewählt.

Seit der Spielzeit 2011/2012 ist er Music Director des Colorado Springs Philharmonic. Seit Beginn der Saison 2013/2014 hat Josep Caballé-Domenech die Position des Generalmusikdirektors und Chefdirigenten der Staatskapelle Halle inne. Download Biografie
JOSEP CABALLÉ DOMENECH


Ich habe das Glück gehabt aus einer Familie zu stammen, für die Musik alles bedeutete. Mein Vater – Klarinettist, Komponist und Dirigent von mehreren Chören – und meine Mutter – Geigerin – machten alles Mögliche, so dass diese schöne Kunst mein Leben und das meines Bruders überflutete. Am Ende wurde sie zu einer Art von Bildung und Verständnis vom Leben selbst.

Unzählige Höhepunkte dieses Wegs, den ich noch bis zum Ende gegangen bin, kommen mir in den Sinn, wie z. B. wie ich im Sessel unserer gemütlichen Wohnung in Barcelona saß und mir mehrere Alben anhörte, als ich drei oder vier war; wie wir alle auf dem „Orgue“ des Palau de la Música saßen, um meine Mutter (mit dem ehemaligen OCB) spielen zu hören; die Konzerte und die Reisen mit der Jugendband, die mein Vater leitete; meine ersten Prüfungen im Konservatorium von Barcelona; meine ersten Klavierwettbewerbe in Vilafranca; die unendlichen Spielstunden; meine ersten Kollaborationen mit der Stadtband von Barcelona; meine ersten öffentlichen Wettbewerbe, um Mitglied des Orquesta del Gran Teatro del Liceu zu werden; mein erster Vertrag mit dem OCB; meine erste Tour durch Japan; und ein langes Etcetera.

Schon als Dirigent sind noch weitere Erinnerungen entstanden: meine Anfänge zu Hause; meine erste Musikaufführung; meine ersten Wettbewerbe; die unbezahlbaren Stunden, die ich mit meinem ersten großen Mentor (dem Dirigenten Sergiu Comissiona) verbrachte; noch mehr Wettbewerbe; und endlich eine Entscheidung, die einen Meilenstein gesetzt hat – Wien.

Das war eine tatsächlich intensive und fruchtbare Periode: ich habe Deutsch gelernt; ich ging zu einer großen Anzahl von Proben und Konzerten der Philharmonie Wien und anderer ausgezeichneten Orchester, sowie zu zahllosen Operaufführungen in der Staatsoper; mir wurde ein Stipendium durch die Richard-Wagner-Stiftung Bayreuth gewährt, um zu den Sommerfesten 1998 gehen zu dürfen; und endlich bekam ich den geschätzten Titel – Meister der Künste der Universität Wien – und damit mein Debüt im Musikverein mit dem RSO Wien. Während diesen Jahren habe ich außerdem noch einen großen Mentor kennengelernt, den Professor Jorma Paula. Danke ihm bekam ich die Möglichkeit, im Carnegie Hall von New York zu debütieren.

Ich habe das Glück gehabt, dass mein Weg durch mehrere bezaubernden Städte ausdrücklich markiert wurde. Nach Barcelona und Wien kam Prag, da es in dieser wunderschönen Stadt war, wo ich professionell als Dirigent debütierte. Prag folgten noch viele Städte, jede von ihnen mit ihrer einzigartigen Schönheit.

Erwähnenswert ist der Dirigent David Zinman, den ich für meinen größten Mentor halte. Meine Erfahrungen mit dem Aspen-Musikfest, den Orchestern Tonhalle-Zürich, Cleveland und - auf Schleichwegen – vielen anderen Orchestern, sowie die Erlangung des Rolex Mentor Protégé Arts Initiative Award, der es mir ermöglichte, ein traumhaftes Jahr neben dem Dirigenten Sir Colin Davis zu verbringen, habe ich ihm zu verdanken.

Heutzutage kann man sagen, dass ich mich für einen Glückspilz halte, denn nicht nur genieße ich das tägliche Leben, sowohl in Barcelona als auch im Ebro-Delta, indem ich meine Zeit meiner Familie und meinen Hobbys widme, wie z.B. Fahrradfahren, Kochen, Lesen, eine gute Weinflasche in Gesellschaft meiner Freunde zu trinken, mit Mateu, Emma un die kleine LLuna essen zu gehen und ein langes Etcetera; sondern ich besuche auch gelegentlich diese Städte, die auf einer sowohl professionellen als auch persönlichen Ebene eine unauslöschbare Spur in mir hinterlassen haben. Ich sah noch mal das Wien von Marta, Rubén, Miguel, Albert, David usw., um, unter anderen Projekten, mit Plácido Domingo im Theater an der Wien zu debütieren; ich habe im Prager Rudolfinum die Tschechische Philharmonie geleitet; ich stehe in enger Verbindung mit Barcelona und ihren Musikinstitutionen, sowohl dem Gran Teatre del Liceu als auch dem Orquesta Nacional de Catalunya, gefolgt von der Colorado Springs von Nora, Mike, John and Nathan among others; das Berlin von Enric, das Dresden von Eytan, das Stockholm von Bengt; das London von Lady Solti, der Royal Philharmonic und Ian; das Aspen von David, Assadour usw.; das New York von Michal; und, außer vielen anderen, die ich nicht erwähnen kann, die allerletzte und wichtigste Stadt – das Granada von Mónica.

JOSEP CABALLÉ DOMENECH
März, 2012